Kategorie: Trennung & Hund

  • Hund im Frachtraum: Meine Erfahrungen mit einer gestressten Hündin

    Hund im Frachtraum: Meine Erfahrungen mit einer gestressten Hündin

    Ein stressanfälliger Hund im Frachtraum? Das kann gut gehen, wenn die Reise über Wochen vorbereitet wird: mit einem Plan, den die Tierärztin oder der Tierarzt für genau diesen Hund festlegt, mit einer vertrauten Transportbox und mit Ruhe am Abflugtag. Meine Labradorhündin Lotte hat auf dem Hinflug elf Stunden gebellt. Auf dem Rückflug blieb sie ruhig, weil wir diesmal vorbereitet waren.

    Pippa, meine kleine Boston-Terrier-Hündin, konnte bei mir in der Kabine fliegen. Lotte nicht. Für die Kabine ist sie zu groß, sie musste in den Frachtraum.

    Und Lotte ist kein Hund, der Aufregung einfach wegsteckt. Neue Orte, viele Menschen, fremde Geräusche, alles geht bei ihr direkt in den Körper. Als klar war, dass sie mit mir in die USA fliegt, bin ich deshalb vorher zum Tierarzt gegangen. Ich bekam eine Paste, die ich ihr am Flughafen kurz vor der Abgabe geben sollte. Damit sie keinen Stress hat.

    So war der Plan.

    Warum unser erster Flug mit Hund im Frachtraum schiefging

    Am Flughafen war Lotte schon im Stress, bevor wir überhaupt am Schalter standen. Ich habe ihr die Paste gegeben. Keine Wirkung. Kurz vor der Abgabe die zweite Portion. Wieder keine Wirkung. Dann musste ich sie abgeben.

    In Los Angeles erzählte mir ein Crewmitglied, dass Lotte im Frachtraum elf Stunden lang gebellt hat. Ihr Platz lag genau unter der Businessclass.

    Ich gebe zu: Ein bisschen musste ich schmunzeln. Aber vor allem wusste ich, dass ich das nicht noch einmal so machen will.

    Im Nachhinein war klar, was nicht gestimmt hat. Ein Mittel, das erst am Flughafen gegeben wird, trifft auf einen Hund, der dort schon aufgeregt ist. Und es gab keinen Plan B. Ich habe improvisiert, und Lotte hat es ausbaden müssen.

    Wie ich den Rückflug mit meiner stressanfälligen Hündin vorbereitet habe

    Der Rückflug von Atlanta nach Frankfurt war für mich mehr als eine Reise. Es war der Flug zurück nach Deutschland, in mein neues Leben, mit zwei Koffern und zwei Hunden. Diesmal habe ich es anders gemacht. Das war keine spontane Aktion, sondern ein Plan, der sich über mehrere Wochen gezogen hat.

    Beim Tierarzt ehrlich sagen, was nicht funktioniert hat

    Ich bin in den USA zu einem Tierarzt gegangen, habe ihm die Paste gezeigt und gesagt: Die hat nichts gebracht. Gar nichts. Er hat sich Lotte angeschaut und ihr zwei andere Tabletten verschrieben, mit einem genauen Zeitplan: die erste Gabe viele Stunden vor dem Abflug, die zweite einige Stunden vorher.

    Die erste Gabe fiel mitten in die Nacht. Ich habe mir einen Wecker gestellt und Lotte um halb zwei ihre Tabletten gegeben. Normalerweise bin ich kein Fan von Tabletten. In diesem Fall war ich froh, dass es sie gab.

    Lotte mit Tierkommunikation auf den Flug vorbereiten

    Parallel dazu hat meine Freundin aus Dresden Lotte über Wochen mit Tierkommunikation auf den Flug vorbereitet. Sie war nicht vor Ort, ich habe sie dabei unterstützt. Wir haben Lotte erzählt, was passieren wird: die Fahrt, der Flughafen, die Box, die Geräusche, die lange Zeit in der Luft und dass ich am Ende wieder da bin.

    Der Abreisetag: von Atlanta nach Frankfurt

    Als ich am Abreisetag morgens aufstand, lag Lotte völlig entspannt da. Sie torkelte allerdings auch ein wenig. Daran habe ich gesehen, wie stark die Tabletten waren.

    Wir sind zwei Stunden zum Flughafen nach Atlanta gefahren. Dort bekam Lotte die zweite Gabe. Sie lag die ganze Zeit ruhig in ihrer Box. Ich habe sie am Schalter abgegeben, und alles war gut.

    Meine Freundin war während der ganzen Zeit gedanklich bei ihr. Sie hat ihre eigenen Hunde mental dazugeholt, damit Lotte Gesellschaft hat, und sie beim Start begleitet, auch beim Druckausgleich. Durch den Zeitunterschied war es bei ihr spät am Abend. Sie hat trotzdem weitergemacht und ist erst ins Bett gegangen, als sie das Gefühl hatte, dass Lotte schlafen kann. Die Landung am Morgen deutscher Zeit hat sie noch einmal begleitet.

    In Frankfurt habe ich Lotte wieder in Empfang genommen. Sie war glücklich und nur leicht gestresst. Die Wirkung der Tabletten hatte nachgelassen, und am Flughafen war eine Menge los.

    Was davon wie viel bewirkt hat, kann ich nicht auseinanderrechnen. Ich weiß nur: Hinflug ohne Plan, elf Stunden Bellen. Rückflug mit Plan, ein ruhiger Hund.

    Labradorhündin Lotte liegt ruhig im Abendlicht

    Was ich anderen mit einem stressanfälligen Hund für den Frachtraum mitgeben möchte

    Diese Punkte haben bei Lotte den Unterschied gemacht. Sie ersetzen nicht die Beratung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt und nicht die Regeln deiner Airline.

    1. Fang Wochen vorher an. Ein Flug mit einem gestressten Hund lässt sich nicht am Abflugtag lösen.
    2. Gewöhne deinen Hund an die Transportbox. Die Box sollte ein vertrauter Ort sein, kein fremder Kasten am Flughafen. Eine Decke, die nach zu Hause riecht, hilft dabei.
    3. Sag deinem Tierarzt ehrlich, was schon nicht funktioniert hat. Erst damit kann er einen Plan machen, der zu deinem Hund passt.
    4. Frag deine Airline nach ihren Regeln. Manche Fluggesellschaften lassen sich bestätigen, dass ein Tier nicht sediert ist, oder nehmen sichtbar sedierte Tiere nicht mit.
    5. Halte dich genau an den Zeitplan. Auch wenn er dir mitten in der Nacht einen Wecker beschert.
    6. Plane die Ankunft mit ein. Ein voller Flughafen ist für einen müden Hund viel. Nimm dir Zeit, bevor es weitergeht.
    7. Achte auf deine eigene Ruhe. Dein Hund bekommt mit, wie es dir an diesem Tag geht. Je klarer dein Plan ist, desto ruhiger kannst du selbst sein.

    Beruhigungsmittel für den Hund im Frachtraum: nur mit Tierarzt

    Ich erzähle hier, was bei Lotte gepasst hat. Das ist keine Empfehlung, deinem Hund Tabletten zu geben. Fachverbände raten bei Flügen im Frachtraum grundsätzlich von Beruhigungsmitteln ab. Der internationale Verband der Tiertransport-Unternehmen IPATA verweist auf die amerikanische Tierärztevereinigung AVMA: Sedierte Tiere können im Frachtraum Probleme mit Atmung und Kreislauf bekommen, und es ist niemand da, der eingreifen kann. Besonders gefährdet sind Hunde mit kurzer Nase.

    Ob ein Medikament für deinen Hund überhaupt in Frage kommt, welches und wann, entscheidet deshalb ausschließlich deine Tierärztin oder dein Tierarzt, nach einer Untersuchung und für genau diesen Flug. Bei Lotte war das eine bewusste Abwägung, keine Routine.

    Was Tierkommunikation bei einem Flug leisten kann und was nicht

    Tierkommunikation ersetzt keine tierärztliche Entscheidung und keine Gewöhnung an die Box. Für mich war sie ein zusätzlicher Baustein: Lotte wurde über Wochen darauf vorbereitet, was auf sie zukommt, und am Reisetag begleitet.

    Ich arbeite seit 2022 selbst mit Tierkommunikation. Ich weiß, dass sich ihre Wirkung nicht messen lässt wie eine Tablette. Ich kann nur erzählen, was ich erlebt habe: einen Hund, der vorher elf Stunden gebellt hat, und denselben Hund, der beim zweiten Flug ruhig in seiner Box lag.

    Häufige Fragen

    Darf mein Hund im Frachtraum Beruhigungsmittel bekommen? Das entscheidet deine Tierärztin oder dein Tierarzt zusammen mit den Regeln deiner Airline. Fachverbände wie IPATA raten grundsätzlich davon ab, weil sedierte Tiere im Frachtraum Probleme mit Atmung und Kreislauf bekommen können. Manche Fluggesellschaften lehnen sichtbar sedierte Tiere ab. Gib deinem Hund nie auf eigene Faust etwas.

    Wie bereite ich meinen Hund auf einen Flug im Frachtraum vor? Am wichtigsten ist Zeit. Gewöhne deinen Hund über Wochen an die Transportbox, sodass sie für ihn ein vertrauter Ort wird. Kläre mit deinem Tierarzt und deiner Airline alle Vorgaben. Plane den Abflugtag so, dass du selbst ruhig bleiben kannst, und nimm dir nach der Landung Zeit.

    Wie lange vorher sollte ich mit der Vorbereitung anfangen? Bei einem stressanfälligen Hund lieber mehrere Wochen als wenige Tage. Bei Lotte haben wir den Rückflug über Wochen geplant: Tierarzt, Zeitplan, Box und Tierkommunikation. Am Abflugtag lässt sich nichts mehr nachholen, was vorher gefehlt hat.

    Kann Tierkommunikation einem Hund beim Fliegen helfen? Tierkommunikation kann ein zusätzlicher Baustein sein, um einen Hund auf eine Reise vorzubereiten. Sie ersetzt aber weder die tierärztliche Beratung noch die Gewöhnung an die Box. Ihre Wirkung lässt sich nicht messen. In meiner Erfahrung mit Lotte war sie ein Teil eines Plans, der insgesamt funktioniert hat.

    Ich bin Barbara Junker. Mit Raum & Ordnung begleite ich Frauen, die nach einer Trennung allein mit ihrem Hund neu anfangen. Lotte und Pippa waren bei meinem eigenen Neuanfang dabei, auch auf dem Weg zurück nach Deutschland.

    Wenn du gerade selbst vor einem großen Schritt stehst, allein mit deinem Hund, dann lass uns sprechen. Im unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, was du dir für euren neuen Alltag wünschst: Kennenlerngespräch anfragen.

  • Mein Hund hat sich nach der Trennung verändert. Was dahintersteckt.

    Mein Hund hat sich nach der Trennung verändert. Was dahintersteckt.

    Wenn dein Hund nach der Trennung verändert wirkt, ist das zunächst eine Beobachtung und noch keine Erklärung. Viele Hunde folgen dann auf Schritt und Tritt, fressen schlechter, schlafen unruhig oder ziehen sich zurück. Abläufe, Bezugspersonen und die Stimmung im Alltag haben sich verschoben, und dein Hund sucht neue Orientierung. Ob noch etwas anderes dahintersteckt, etwa eine körperliche Ursache, lässt sich allein aus dem Zeitpunkt nicht ablesen.

    Ich habe zwei Koffer gepackt, zwei Hunde genommen und bin gegangen. Ohne Wohnung, ohne Job, ohne Geld, ohne Perspektive. Mal wieder.

    Was ich in den ersten Wochen bei meinen Hunden gesehen habe, kannte ich so nicht. Beide sind mir auf Schritt und Tritt gefolgt, bis ins Bad. Alleinbleiben ging auf einmal nicht mehr. Lotte ist bei jedem Geräusch hochgefahren. Pippa hat abgenommen, obwohl ihr Napf leer war.

    Ich habe damals zuerst bei ihnen gesucht. Das war der falsche Ort. Aber es war der einzige, an dem ich zu suchen bereit war.

    Woran du merkst, dass sich dein Hund nach der Trennung verändert hat

    Diese Veränderungen fallen vielen Frauen nach einer Trennung auf. Sie treten selten alle zusammen auf. Meist sind es zwei oder drei.

    • Der Hund folgt von Raum zu Raum, auch ins Bad.
    • Er frisst langsamer, unregelmäßiger oder lässt Mahlzeiten stehen.
    • Er liegt nachts anders. Er wechselt den Platz, steht auf, legt sich wieder hin.
    • Er bleibt schlechter allein als vorher.
    • Er begrüßt überschwänglicher als früher, oder er bleibt liegen und schaut nur kurz.
    • Er reagiert am Abend anders als am Morgen.
    • Er wirkt auf Spaziergängen unruhiger oder schneller erschöpft.

    Mehrere Veränderungen gleichzeitig verdienen einen genaueren Blick. Oft hat sich in eurem Alltag etwas verschoben. Ob zusätzlich eine tierärztliche Untersuchung oder eine Verhaltensberatung sinnvoll ist, hängt davon ab, was genau du beobachtest und wie es sich entwickelt.

    Warum dein Hund reagiert, auch ohne die Trennung zu verstehen

    Dass eine Beziehung zu Ende gegangen ist, kann dein Hund vermutlich nicht einordnen. Wie er die neue Situation erlebt, können wir nicht unmittelbar wissen. Was sich beobachten lässt, ist etwas anderes.

    Wenn ein Hund eine Situation nicht einschätzen kann, schaut er oft zu seinem Menschen. In einer Studie der Universität Mailand begegneten 75 Hunde einem Ventilator, an dem Plastikbänder flatterten. Die meisten Hunde blickten danach zu ihrem Menschen, als würden sie dort nachlesen, wie die Lage einzuschätzen ist (Merola und Kolleginnen, 2012). In einem weiteren Versuch desselben Teams richteten die Hunde ihr Verhalten vor allem dann nach dem Menschen aus, wenn es ihre eigene Bezugsperson war und nicht eine fremde Person.

    Nach einer Trennung trifft dein Hund also auf mehrere Dinge gleichzeitig. Eine Person aus seinem Alltag ist weg. Die Uhrzeiten haben sich verschoben. Vielleicht ist die Wohnung eine andere. Und die eine Person, an der er sich normalerweise orientiert, ist selbst gerade nicht in ihrer üblichen Verfassung.

    Er versteht wahrscheinlich nichts davon. Aber er merkt, dass sich sein Alltag verändert hat.

    Labrador Lotte sitzt auf einem Steg im Abendlicht: auch ein Hund nach der Trennung verändert sich und darf wieder loslassen
    „Auch dein Hund trägt Veränderungen mit. Und auch er darf wieder loslassen.“

    Dein eigener Zustand gehört dazu. Das ist keine Schuld.

    An dieser Stelle machen viele Texte einen Sprung, der nicht stimmt. Sie behaupten, der Hund übernehme einfach den Stress seines Menschen. So einfach ist es nicht.

    Eine schwedische Studie hat bei 58 Frauen und ihren Hunden das Stresshormon Cortisol im Haar gemessen. Das Haar speichert, wie hoch der Wert über mehrere Monate war. Frauen mit höheren Werten hatten eher Hunde mit höheren Werten (Sundman und Kolleginnen, 2019). Untersucht wurden allerdings nur zwei Hunderassen, und die Studie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.

    Es geht also um lange Zeiträume, nicht um den einzelnen Nachmittag. Dein schlechter Dienstag ist nicht die Erklärung für das Verhalten deines Hundes. Ein halbes Jahr, in dem du nur funktioniert hast, ist eine andere Größenordnung.

    Daraus folgt kein Vorwurf. Daraus folgt nur, dass es wenig bringt, ausschließlich auf den Hund zu schauen. Und genauso wenig, ausschließlich auf dich.

    Warum die Schuldfrage in die Irre führt

    Fast jede Frau, deren Hund nach der Trennung verändert wirkt, landet irgendwann bei diesem Satz: Er kann doch nichts dafür. Und gleich danach bei der Frage, ob sie selbst etwas falsch gemacht hat.

    Dazu gibt es Befunde, die entlasten. Die Hundeforscherin Alexandra Horowitz hat den sogenannten Schuldblick untersucht. Er zeigte sich vor allem dann, wenn geschimpft wurde, und besonders deutlich bei Hunden, die gar nichts angestellt hatten (Horowitz, 2009). In einer späteren Studie sollten 96 Halterinnen und Halter an der Begrüßung erkennen, ob ihr Hund verbotenes Futter gefressen hatte. Ihre Trefferquote war nicht besser als Raten (Ostojić und Kolleginnen, 2015).

    Der Blick deines Hundes ist also eher eine Reaktion auf deinen Ausdruck im Moment als ein Vorwurf.

    Die Frage „Bin ich schuld?“ führt deshalb an eine Wand. Die Frage, die weiterführt, lautet: Was hat sich in unserem gemeinsamen Leben verändert, und seit wann?

    Was in den ersten Wochen tatsächlich hilft

    Kein Training. Vier Handgriffe.

    1. Schreib drei Zeitpunkte auf. Nicht den ganzen Tag. Nur die drei Momente, an denen es regelmäßig kippt, mit Uhrzeit. Morgens vor der Arbeit. Wenn du nach Hause kommst. Abends um halb zehn. Eine Woche lang. Du wirst Muster sehen, die du im Kopf nicht siehst.

    2. Schreib abends drei Zeilen. Wie war es heute bei dir. Was hast du heute bei deinem Hund gesehen. Wann genau. Mehr nicht. Nach zwei Wochen legst du die Zeilen nebeneinander und schaust, an welchen Tagen in beiden Zeilen etwas steht.

    3. Setz drei feste Punkte in deinen Tag. Nicht in seinen. In deinen. Eine Uhrzeit zum Aufstehen, eine für den langen Spaziergang, eine für den Feierabend. Hunde sind Gewohnheitstiere, und du bist es gerade auch. Drei Punkte halten. Zwölf halten nicht.

    4. Zwei Minuten nebeneinander, jeden Tag zur selben Zeit. Du sitzt, eine Hand liegt auf ihm, du atmest. Kein Kommando, keine Übung, keine Erwartung an ihn. Nur zwei Minuten, in denen keiner von euch etwas leisten muss.

    Das klingt klein. Es ist klein. Nach einer Trennung ist klein oft das Einzige, was durchhält.

    Wann fachliche Abklärung wichtig ist

    Wenn dein Hund nach der Trennung verändert ist und zusätzlich plötzlich unsauber wird, deutlich abnimmt, sich wundleckt oder stark hechelt, gehört das zuerst zum Tierarzt. Verhaltensänderungen können körperliche Ursachen haben, und die schließt man aus, bevor man alles auf die Lebenssituation schiebt.

    Wenn dein Hund in deiner Abwesenheit in Panik gerät, ist das ein eigenes Thema mit eigenem Vorgehen. Dafür gibt es qualifizierte Verhaltensberaterinnen, und das ist nicht meine Arbeit.

    Ich arbeite nicht therapeutisch und stelle keine Diagnosen. Wenn ich merke, dass hinter dem, was du mitbringst, etwas liegt, das fachliche Begleitung braucht, sage ich dir das offen.

    Häufige Fragen

    Wie lange dauert es, bis sich mein Hund an die neue Situation gewöhnt hat? Dafür gibt es keine verlässliche Zahl, und jede, die dir jemand nennt, ist geraten. Was sich beobachten lässt: Neue Abläufe brauchen Wochen, nicht Tage. Solange der Alltag selbst noch wackelt, wackelt auch der Hund. Stabile Uhrzeiten wirken meist früher als alles andere.

    Soll mein Hund den Ex-Partner weiter sehen? Das hängt davon ab, wie die Übergaben ablaufen und wie es dir danach geht. Beobachte nicht nur ihn, sondern auch dich an diesen Tagen. Wenn du vor jeder Übergabe angespannt bist, gehört das mit zum Bild.

    Ist mein Hund traurig oder hat er Trennungsangst? Das sind zwei verschiedene Dinge. Trennungsangst bedeutet, dass ein Hund in Panik gerät, wenn er allein ist, und sie hat oft eine längere Vorgeschichte. Eine Veränderung nach einer Trennung betrifft meist den gesamten Alltag, nicht nur das Alleinsein. Wenn dein Hund in deiner Abwesenheit in Not gerät, brauchst du eine Verhaltensberaterin.

    Bin ich schuld, dass sich mein Hund verändert hat? Nein. Dein Hund reagiert auf einen veränderten Alltag, und du steckst selbst mitten in dieser Veränderung. Studien zeigen Zusammenhänge über längere Zeiträume, keine Ursache und Wirkung an einem einzelnen Tag. Schuldgefühle machen die Sache schwerer und ändern nichts.

    Hilft ein Hundetrainer? Qualifizierte Hundetrainer und Verhaltensberaterinnen auf der einen Seite und eine persönliche Begleitung wie meine auf der anderen haben unterschiedliche Aufgaben. Bei konkretem Verhalten wie Leinenführigkeit oder Alleinbleiben sind Trainer die richtige Adresse. Wenn sich nach der Trennung euer ganzes Miteinander anders anfühlt, lohnt sich zusätzlich der Blick auf dich und euren Alltag.

    Wie es weitergeht

    Wenn du beim Lesen an zwei oder drei Stellen genickt hast, fang mit den drei Zeilen am Abend an. Zwei Wochen reichen, um etwas zu sehen.

    Wenn dein Hund nach der Trennung verändert ist und du genauer hinschauen möchtest, hilft dir mein kostenloser 7-Fragen-Selbstcheck „Dein Hund ist seit der Trennung anders?“. Damit sortierst du in Ruhe, was du bei deinem Hund beobachtest, was sich in eurem Alltag verändert hat und was dich selbst beschäftigt. Du kannst ihn ausdrucken und neben den Napf legen.

    Und weil nach einer Trennung nicht nur dein Hund neu ankommen muss, sondern auch du: In meinem Artikel Wie finde ich nach einer Trennung wieder zu mir selbst? geht es um deinen eigenen Weg.

    Ich bin Barbara Junker. Mit Raum & Ordnung begleite ich Frauen ab 40, die nach einer Trennung allein mit ihrem Hund leben, zu einem Alltag, der beide trägt. Ohne Hundetraining und ohne Schuldfrage. Wie das aussieht, liest du bei meiner 12-Wochen-Begleitung.

    Quellen

    • Merola, I., Prato-Previde, E. & Marshall-Pescini, S. (2012): Social referencing in dog-owner dyads? Animal Cognition 15, 175–185. doi.org/10.1007/s10071-011-0443-0
    • Sundman, A.-S. et al. (2019): Long-term stress levels are synchronized in dogs and their owners. Scientific Reports 9, 7391. doi.org/10.1038/s41598-019-43851-x
    • Horowitz, A. (2009): Disambiguating the „guilty look“: Salient prompts to a familiar dog behaviour. Behavioural Processes 81, 447–452. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19520245
    • Ostojić, L., Tkalčić, M. & Clayton, N. S. (2015): Are owners‘ reports of their dogs‘ „guilty look“ influenced by the dogs‘ action and evidence of the misdeed? Behavioural Processes 111, 97–100. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4310318